• Warum ich grün wähle.

    scissors

    Am kom­men­den Wochen­ende steht die Bun­des­tags­wahl 2009 an. Die Ent­schei­dung, wen ich wäh­len soll, habe ich mir in die­sem Jahr nicht leicht gemacht. Diverse Per­so­nen in mei­nem Umfeld haben im Ent­schei­dungs­pro­zess Ein­fluss gehabt, ins­be­son­dere Leute aus mei­nem „Web2.0-Umfeld”. Neben den Pira­ten aus Müns­ter (Till, Bas­tian, Ben­ja­min) war gerade der Aus­tausch per Twit­ter mit (unter ande­rem) Hen­rik, Ger­rit, Jens und Djure sehr inter­es­sant – soweit sie das auf der beeng­ten Dis­kus­si­ons­flä­che von 140 Zei­chen mög­lich war. Inspi­riert durch Han­nes möchte ich meine Ent­schei­dung hier dar­le­gen, zur Dis­kus­sion stel­len und viel­leicht auch andere dadurch inspi­rie­ren. Ich gehe die Par­teien mal durch:

    Die CDU

    Sym­bol­po­li­tik zum Wäh­ler­fang, eine unbe­lehr­bare Fami­li­en­mi­nis­te­rin. Ein Minis­ter­prä­si­dent, der wie­der­holt mit aus­län­der­feind­li­chen Äuße­run­gen am rech­ten Rand auf Stim­men­fang geht. Trotz Atom­en­er­gie­aus­stieg in die­sem Bereich wei­ter for­schen – mit hane­bü­che­nen Begrün­dun­gen: Bewer­tung aus­län­di­scher Anla­gen? WTF? Gene­rell finde ich diese Ein­stel­lung grau­en­haft. Nicht nur wird da offen gegen den beschlos­se­nen, fest­ste­he­nen Aus­stieg agiert und dabei mit Steu­er­gel­dern, siehe Gut­ten­berg, um sich gewor­fen. Dabei wer­den auch die der­zei­ti­gen mas­si­ven Pro­bleme offen­bar nicht wahr­ge­nom­men, die sich bei einer Ver­län­ge­rung (oder gar dem Aus­bau!) der Atom­kraft­werks­lauf­zei­ten noch ver­schlim­mern wür­den. Über­haupt mag ich die gene­relle Ein­stel­lung Neuem gegen­über nicht. Igno­rie­ren, beschrän­ken, ver­hin­dern, ver­bie­ten. Und ich so: Ne!

    Die SPD


    (Direkt­Ver­rat)

    Geht nicht, sorry. Das Ein­kni­cken in Sachen Netz­sper­ren ging mal gar nicht. Dass die SPD mitt­ler­weile zwi­schen CDU & der Lin­ken zer­rie­ben wird, sich dabei mit bei­den Sei­ten anlegt anle­gen muss, ist bedau­er­lich. Ich bin gespannt, wie die SPD die­ses unent­schie­dene „Irgend­wie wol­len wir ja die Mitte sein, aber doch auch links und jetzt ist ja die CDU die Mitte und die Linke halt links und wir ste­hen so doof dazwi­schen” lösen will. Ich jeden­falls so: TRALAFITTI oder was?

    Die FDP

    Auch wenn der JuLi-Spot echt wit­zig ist – „Frei­heit” heißt bei der FDP mei­nem Emp­fin­den nach immer viel zu sehr „Markt­frei­heit” und eben nicht „Frei­heit aller Bür­ger”. Beson­ders die Ant­wor­ten zur Netz­po­li­tik sind mir dabei auf­ge­fal­len. Gerade bei der Netz­neu­tra­li­tät blickt die Idee durch: „Wir über­las­sen alles dem Markt, dann regelt sich das schon”. Dumm nur, dass ich dem Markt nicht im glei­chen Maße ver­traue wie die FDP… Wei­tere Pro­bleme: Die Zusage, nur mit der CDU in eine Koali­tion zu gehen. Das ist a) blöd und könnte b) rich­tig schön in die Hose gehen. Ypsilanti-Falle trifft es echt gut. Zudem fal­len soziale Aspek­te­lei­der viel zu oft hin­ten rüber. Und außer­dem mag ich Men­schen ohne Ori­en­tie­rungs­sinn in gewis­sen Fra­gen nicht so ganz.

    Klei­ner Ein­schub, ent­deckt bei kosmar@Facebook: Unfass­bar, wie die drei bis­her genann­ten Par­teien im Rah­men der Finanz­krise das Par­la­ment (und damit de facto den Bür­ger) ent­mach­tet haben. Diese Summe! Diese Ver­schleie­rung der Ver­wen­dung! Ich kann es noch nicht ganz fassen…


    (DirektEnt­mün­di­gung)

    Die Linke

    Für eine Haus­ar­beit habe ich die Wahl­pro­gramme der Par­teien auf netz­po­li­ti­sche The­men hin durch­leuch­tet. Dabei habe ich natür­lich auch das Pro­gramm der Lin­ken ange­schaut. Es wur­den in jedem Teil­be­reich irgend­wie Sachen über Kapi­ta­lis­mus, ent­fes­selte Märkte & aus­ge­beu­tete Arbei­ter geschrie­ben (na gut, viel­leicht nicht so krass mar­xis­tisch ;) ) und anschlie­ßend wurde flei­ßig gefor­dert. Dumm nur: Oft konnte ich kei­nen logi­schen Zusam­men­hang zwi­schen den Beschrei­bun­gen und den anschlie­ßen­den For­de­run­gen her­stel­len. Zudem fehl­ten mir neben den Ver­bots­for­de­run­gen meist alter­na­tive Vor­ge­hens­wei­sen. Klar, die Linke ist z.B. gegen Netz­sper­ren. Aber Alter­na­ti­ven zur Ver­bre­chens­be­kämp­fung im Netz – die ja gerade der Oppo­si­tion recht bekannt sein soll­ten, wenn sie sich mit dem Netz­sper­ren­ent­wurf aus­ein­an­der­ge­setzt hat – fin­den sich nicht. Auch ein schlüs­si­ges Wirt­schafts­kon­zept fehlt mir. Der „Reich­tum für alle – Reich­tum besteuern”-Scoop war ja lus­tig. Aber dann bin ich doch eher so yeahh.

    Show­down: Pira­ten vs. Grüne

    Dass es im End­ef­fekt auf diese bei­den Par­teien hin­aus­läuft, war abseh­bar, oder? Vol­ker Beck(s Büro) war so freund­lich, einen Ver­gleich zwi­schen den Posi­tio­nen der bei­den auf­zu­stel­len. Das ent­sprach so ziem­lich dem, was ich nach Lek­türe des Grünen-Programms auch schon ver­wun­dert bemerkt habe:

    Wirklich schlüssige Antworten habe ich zu der Frage leider noch nicht bekommen…

    Wirk­lich schlüs­sige Ant­wor­ten habe ich zu der Frage lei­der noch nicht bekommen…

    Ich bin mit einem Groß­teil der grü­nen Posi­tio­nen voll­kom­men ein­ver­stan­den. Die Schaf­fung neuer Jobs im Bereich der rege­ne­ra­ti­ven Ener­gien scheint mir vor dem Hin­ter­grund ökolo­gi­scher Moder­ni­sie­rung sinn­voll. Klar: Das ist nicht das All­heil­mit­tel um ganz Deutsch­land mit Arbeits­plät­zen zu ver­sor­gen. Mir gefällt aber der Ansatz, Inves­ti­tio­nen in fort­schritt­li­chen Berei­chen zu täti­gen – nicht in umwelt­schäd­li­chen Berei­chen wie Kohle– oder Atom­en­er­gie. Das sorgt nicht nur für neue Jobs. Die Erfah­run­gen in die­sem Bereich wer­den der deut­schen Wirt­schaft lang­fris­tig gut tun & sie zukunfts­fä­hig auf­stel­len. Auch die Ideen für den Bil­dungs­be­reich, die Wirt­schafts­po­li­tik oder auch für die Fami­li­en­po­li­tik erschei­nen mir sinn­voll und ver­nünf­tig. Vie­les gilt für mich schlicht als logi­sche Schluss­fol­ge­rung zur Lösung der Pro­bleme, mit denen Deutsch­land zur Zeit kon­fron­tiert wird – und das mit in mei­nen Augen zeit­ge­mä­ßen Ant­wor­ten, die die gege­be­nen Umstände berück­sich­ti­gen & nicht im roman­ti­schen Blick auf „Frü­her war alles bes­ser” ver­su­chen, unauf­halt­bare Ent­wick­lun­gen zurückzudrehen.

    Die Pira­ten­par­tei fand ich (trotz viel­fäl­ti­gem Gegen­wind & dem Talent für Fett­näpf­chen aller Art) stets äußerst attrak­tiv. Beson­ders die Begeis­te­rung, mit der die meist jun­gen Mit­glie­der bei der Sache sind, habe ich so nie zuvor bei einer poli­ti­schen Par­tei erlebt. Den Mut, sich inhalt­lich nicht zu allen Pro­blem­fel­dern zu äußern bewun­dere ich. Die­ses offene Bekennt­nis, nicht für sämt­li­che Pro­bleme Lösun­gen in der Hin­ter­hand zu haben, würde ande­ren Par­teien auch gut ste­hen. Dafür sind die besetz­ten Berei­che kom­pe­tent mit Inhal­ten gefüllt, mit denen ich größ­ten­teils ein­ver­stan­den bin. Auch das rasante Wachs­tum sowie die mitt­ler­weile recht breite Aner­ken­nung der Par­tei spre­chen für sich. Doch im End­ef­fekt möchte ich nicht, dass mich eine Par­tei über vier Jahre mit unvoll­stän­di­gen Posi­tio­nen in für mich wich­ti­gen Berei­chen vertritt.

    Mir gefällt übri­gens die Idee, die Pira­ten seien die „jün­ge­ren Geschwis­ter” der Grü­nen. Im poli­ti­schen All­tag müs­sen diese Geschwis­ter aber lei­der noch eine Menge ler­nen – die gele­gent­li­chen Fett­näpf­chen kann ich da sogar ver­zei­hen, sowas kann bei einer wach­sen­den Par­tei im Fin­dungs­pro­zess pas­sie­ren – und pas­siert auch oft genug erfah­re­nen Poli­ti­kern. Dass diese Vor­fälle ent­spre­chend scharf kom­men­tiert wer­den (gerade von Sei­ten eta­blier­ter Par­teien) ist wohl auch mit einer gehö­ri­gen Por­tion Ver­wun­de­rung den Pira­ten gegen­über zu begrün­den. Was ich mir auf jeden Fall wün­sche: Dass Bas­ti­ans Gedan­ken zur Kri­tik­fä­hig­keit der Par­tei Anklang fin­den & auch umge­setzt wer­den. Sonst wird der Online-Mob auf Dauer zu einem ernst­haf­ten Reputationsproblem. Mit über­zeu­gen­den Posi­tio­nen in den Berei­chen Wirt­schaft & Umwelt würde meine Ent­schei­dung anders – näm­lich pro Pira­ten – aus­fal­len. Aber ohne kon­kret aus­ge­ar­bei­tete Posi­tio­nen in Wirt­schafts– und Umwelt­po­li­tik (pas­siert da eigent­lich was inner­halb der Par­tei?) erhält die Pira­ten­par­tei in die­sem Jahr (noch?) nicht meine Stimme.

    Zudem sehe ich die pira­ti­gen Posi­tio­nen größ­ten­teils auch im Grünen-Programm – das neben­bei bemerkt als ein­zi­ges Wahl­pro­gramm einer im Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei ein Kapi­tel expli­zit der Netz­po­li­tik wid­met – ver­wur­zelt. Pira­ten Exten­ded Ver­sion quasi. Der (reflex­ar­tige?) Vor­wurf, den ich auf meine per Twit­ter gestellte obige Frage zu hören bekam, war, dass man auch den Grü­nen „nicht mehr über den Weg trauen könne, weil…”

    Klar, mit Ruhm beschmiert hat sich die Par­tei auch nicht immer – ich werfe mal galant „Afgha­nis­tan” in die Runde, da fällt euch sicher noch mehr ein ;) In der Poli­tik wer­den Ent­schei­dun­gen aber nicht nach dem Schema „schwarz oder weiß” ent­schie­den. Man muss mit Kom­pro­mis­sen umge­hen und sie vor allem akzep­tie­ren. Das ist nicht schön & zudem muss man oft genug Abstri­che bei der Durch­set­zung eige­ner Posi­tio­nen hin­neh­men. Das betrifft sowohl Par­teien als auch Wäh­ler – und bedeu­tet für mich: Will ich Posi­tio­nen der Pira­ten in der nächs­ten Legis­la­tur­pe­riode im Bun­des­tag ver­tre­ten sehen, so ist die Wahl der Grü­nen wohl die ein­zige Alternative. Leider wird meine Stimme damit zwar „nur” in der Oppo­si­tion lan­den. Aber ich stimme ja nicht für das, was gerade allen gut in den Kram passt, son­dern für das, was mir gut passt. Wie ich heute schon Ger­rit schrieb:

    Daher wähle ich beru­higt, was ich am ehes­ten mit mei­nen momen­ta­nen Inter­es­sen ver­ein­ba­ren kann und sage leise yeaahh ;)

    Grün eben.

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11 Kommentare zu “Warum ich grün wähle.”

  1. „Dem­ge­gen­über wollte Malte Schmidt aus dem Bun­des­vor­stand der Grü­nen die in Frank­reich bereits prak­ti­zierte „Three-Strikes-Regelung” als Ide­al­lö­sung ver­kau­fen, die nach dem drit­ten Ver­stoß Inter­net­sper­ren fürs Run­ter­la­den nach sich zieht.”

    Alles klar?

    Geschrieben von fsiggi am 21.09.09 um 11:33 . – AntwortenReply to this comment

  2. Aus­tausch? Dabei hab ich doch nur dem Piraten-Mob die Fla­mes zurück­ge­wor­fen :D

    Ach man, an jeder Ecke wird man nun mit den Grü­nen ange­fixt. Ich gebs ja zu das der Groß­teil des Pro­gramms annehm­bar ist. Ins­be­son­dere bei der Nut­zung der Atom­en­er­gie geht meine Mei­nung halt in eine andere Rich­tung. Und dann fällt mir beim Gedan­ken an die Grü­nen immer Clau­dia Roth ein.… *schüttel*

    Geschrieben von Parkrocker am 21.09.09 um 11:37 . – AntwortenReply to this comment

  3. Edit: Ich beziehe mich auf fsiggi! Du meinst ver­mut­lich Malte Spitz? Klar, das geht in mei­nen Augen auch gar nicht. Soll ich jetzt meine kom­plette Ent­schei­dung wegen einer Stimme aus dem Grünen-Vorstand umschmei­ßen? Auch die Idee der Kul­tur­flat­rate finde ich nicht gut. Aber das sind Rand­be­rei­che. Und zudem bin ich mir sicher: Mit Malte Spitz las­sen sich sol­che Posi­tio­nen diskutieren.

    Nach­trag: Gerade bei Malte Spitz selbst gese­hen: EnteEn­teEn­teEn­teEn­teEn­teEnte ;)

    Geschrieben von Markus am 21.09.09 um 11:41 . – AntwortenReply to this comment

  4. Das Zitat stammt aus:

    http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ku&dig=2009%2F09%2F21%2Fa0026&cHash=338113fe68

    Das hätte ich schon oben erwäh­nen müsse, mea culpa. Dass das auch noch eine Ente ist, na gut, da ist dann min­des­tens eine Gegen­dar­stel­lung fäl­lig. So eine Aus­sage könnte eine Menge Stim­men kos­ten. Meine zum Beispiel.

    Ansons­ten halte ich mich an die Taten. Zu viele Abge­ord­nete der Grü­nen haben sich beim ZugEr­schwG der Stimme enthalten.

    Bil­dungs­po­li­tik ist (lei­der) Ländersache.

    Die ökolo­gi­sche Moder­ni­sie­rung und erneu­er­bare Ener­gien in allen Ehren, aber bitte nicht glau­ben, dass PV-Module und Wind­rä­der in Deutsch­land her­ge­stellt wer­den und hier mas­sen­haft Jobs ent­ste­hen. Die wer­den viel­leicht noch hier ent­wi­ckelt, aber pro­du­ziert logi­scher­weise in China. Das fängt gerade an, den Her­stel­lern hier rich­tig weh zu tun. Z.B. hier:

    http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:erneuerbare-energien-in-der-krise-solarbranche-steht-vor-pleitewelle/505561.html

    Dort ist erst ein­mal Kon­so­li­die­rung ange­sagt, neue Jobs ent­ste­hen da gerade nicht. Ganz im Gegen­teil: Die deut­sche Indus­trie ist in die­sem Bereich gerade wegen der üppi­gen Ein­spei­se­ver­gü­tun­gen nicht inter­na­tio­nal wettbewerbsfähig.

    Geschrieben von fsiggi am 21.09.09 um 12:22 . – AntwortenReply to this comment

  5. Wol­len wir uns trotz­dem Mor­gen Mit­tag tref­fen? :)
    (mir würde Mensa Aasee übri­gens am liebsten…)

    Ich wusste nicht das dir Ökolo­gie so wich­tig ist. Wenn das dein Top-Thema ist, dann ist Grün wohl eh die ein­zig wähl­bare Alternative.

    Geschrieben von Skl8em am 21.09.09 um 12:36 . – AntwortenReply to this comment

  6. Die Ent­hal­tun­gen zum ZugEr­schwG haben mich auch völ­lig ent­täuscht, das hätte ich nicht erwar­tet – vor allem steht die­ses Ver­hal­ten im kras­sen Gegen­satz zu den ent­schlos­se­nen Äuße­run­gen im Wahl­pro­gramm. Inwie­fern man auf eben die­ses set­zen sollte ist aller­dings (bei allen Par­teien!) noch die Frage…

    Zur Bil­dungs­po­li­tik: Wenn ich mich recht erin­nere, hat Jür­gen Trit­tin (z.B. neu­lich in Müns­ter) vor­ge­schla­gen, den nicht mehr genutz­ten Soli statt den östli­chen Bun­des­län­dern dem Bil­dungs­be­reich zukom­men zu las­sen. Ich bin jetzt nicht ganz fit, inwie­fern der Bund das den Län­dern zur Ver­fü­gung stel­len kann… aber das sollte doch gehen, oder?

    Ökolo­gi­sche Moder­ni­sie­rung: Zumin­dest im Bereich der Ent­wick­lung & For­schung kann – nein, muss Deutsch­land aber seine Stär­ken aus­spie­len, statt Ener­gie in die wei­tere Erfor­schung nicht zukunfts­fä­hi­ger Berei­che, nament­lich die Atom­po­li­tik, zu inves­tie­ren. Dass Deutsch­land in die­sem Bereich wett­be­werbs­fä­hig wird, dafür sehe ich bei ande­ren Par­teien kaum Anstrengungen.

    Geschrieben von Markus am 21.09.09 um 12:47 . – AntwortenReply to this comment

  7. @Skl8em Ja klar gehen wir noch essen ;) Viel­leicht fin­dest du ja auch noch sen­sa­tio­nelle Gründe, warum ich die Pira­ten wäh­len sollte :) Rest per Twitter!

    Geschrieben von Markus am 21.09.09 um 12:52 . – AntwortenReply to this comment

  8. Finan­zie­rung Bil­dungs­po­li­tik:
    Der Bund darf, wenn über­haupt, Zuschüsse zu Gebäu­de­sa­nie­run­gen und Infra­struk­tur geben, aber nichts für Per­so­nal­kos­ten oder Unter­halts­kos­ten. Das ist so in der Föde­ra­lis­mus­re­form noch ein­mal im GG ver­an­kert wor­den. Der kleine Rest, den der Bund da machen kann, ist nun in Art. 91b GG gere­gelt. Nur Spit­zen­for­schung und Hoch­schu­len („Eli­te­för­de­rung”). Was Trit­tin da vor­hat, geht wohl nur nach einer GG-Änderung. Wenn die Schul­den­bremse erst ein­mal den Län­dern rich­tig weh tut, kann ich mir eine GG-Änderung in die­ser Rich­tung vor­stel­len, also so 2017?

    Ener­gie­for­schung:
    Selbst die CDU beschreibt die Atom­en­er­gie nur noch als „Brü­cken­tech­no­lo­gie”. Aber ob wir wol­len oder nicht: Für die End­la­ge­rung wird der Bund noch tief in unsere Taschen grei­fen müs­sen. Allein das Desas­ter in der Asse soll bis zu 4 Mrd. Euro kos­ten. Das fehlt dann in der Ener­gie­for­schung, das Geld geht zu Las­ten des zustän­di­gen Umwelt­mi­nis­te­ri­ums. Dazu kommt dann noch die Schuldenbremse.

    Da aber die EE wirt­schaft­lich ohne­hin immer güns­ti­ger wer­den, kommt der Durch­bruch von ganz allein. Aus­ge­rech­net die gro­ßen Strom­kon­zerne inves­tie­ren in Offshore-Wind, weil sonst nie­mand die Finan­zie­rung hin­be­kommt. Ähnli­ches gilt für Groß­pro­jekte wie Deser­tec. PV-Module wer­den immer güns­ti­ger. Die Zusam­men­ar­beot von VW und Licht­blick mit den fle­xi­blen Kleinst­kraft­wer­ken als Last­re­serve. Da tut sich eine ganze Menge.

    Der Staat sollte sich vor allem darum küm­mern, dass der Offshore-Windstrom dann auch dahin kommt, wo er ver­braucht wer­den kann. Dazu müs­sen so häss­li­che Dinge wie Höchst­span­nungs­lei­tun­gen gebaut wer­den. Da hakt es noch gewaltig.

    Geschrieben von fsiggi am 21.09.09 um 13:11 . – AntwortenReply to this comment

  9. Ich werde wohl Piraten/Grün wäh­len, aus ähnli­chen Grün­den, wie von dir benannt. Aller­dings möchte ich diese neue Par­tei unter­stüt­zen, weil ich glaube, dass es einen Unter­schied macht, dass sie eben ihren Fokus auf die Netz­the­men legt und es hier (ähnlich wie beim Kli­ma­schutz) gerade jetzt dar­auf ankommt die Wei­chen rich­tig zu stel­len. In kom­ple­xen Sys­te­men kön­nen kleine Unter­schiede in den Aus­gangs­be­din­gun­gen zu gro­ßen Unter­schie­den im Ergeb­nis füh­ren (oder so ähnlich…) und was das Netz angeht befin­den wir uns m.E. in einer ent­schei­den­den Phase.

    Geschrieben von Mario am 22.09.09 um 20:11 . – AntwortenReply to this comment

  10. Also seit ges­tern ist meine Wahl­ent­schei­dung wacke­lig wie nie. Der FDP spre­che ich die Wirt­schafts­kom­pe­tenz zu, den Grü­nen sicher nicht. Aber die feste Zusage von Wes­ter­welle an die CDU und die feh­lende soziale Kom­pe­tenz der FDP machen mir immer mehr Sor­gen.
    Ich durfte ges­tern noch eine inter­es­sante Dis­kus­sion ver­fol­gen, wo das wie­der mal sehr deut­lich wurde. Was nüt­zen mir die Frei­heit des Mark­tes und die feh­len­den Zen­sur­ab­sich­ten bei der FDP (zumin­dest noch) auf Bun­des­ebene, wenn gleich­zei­tig Sozia­les und Umwelt vor die Hunde gehen.
    Wes­ter­welle ver­kauft sich wirk­lich gut und ich steh der FDP nach wie vor nahe, aber diese Zwei­fel… :(
    Ich werd mich echt zusam­men­rei­ßen müs­sen um nicht doch noch reflex­haft Zweit­stimme Grün anzu­kreu­zen :X

    Geschrieben von Parkrocker am 23.09.09 um 22:17 . – AntwortenReply to this comment

  11. @Parkro­cker: Komisch, bei mir wackelt es momen­tan auch noch ein wenig. Mein Gespräch mit Ben ( skl8em ) hat mich schon zum Nach­den­ken gebracht… beson­ders sein Ein­wand, eta­blierte Par­teien (ins­be­son­dere die Grü­nen) wür­den zwar gerne über das Netz spre­chen & sich enga­giert zei­gen – jedoch würde letzt­end­lich der Groß­teil der Par­tei schlicht nicht in die­ser Art den­ken, hat mein Argu­ment sehr ent­kräf­tet, dass die Grü­nen pira­tige The­men aufgreifen.

    Die Idee, das klei­nere Übel zu wäh­len, gefällt mir da auch nicht. Zumal ich in Wirt­schafts­kom­pe­tenz­fra­gen deine Ansicht teile ;)

    Geschrieben von Markus am 24.09.09 um 11:46 . – AntwortenReply to this comment

Was meinst du?