• Jeder halb­wegs aktive Twitter-Nutzer kennt ver­mut­lich die Beschwer­den der Nicht-Twitterati, wenn man den Account mit Face­book oder dem stu­diVZ syn­chro­ni­siert. Bei Face­book gibt es glück­li­cher­weise die wun­der­bare App „Selec­tive Twit­ter”. Dadurch tau­chen nur die­je­ni­gen Tweets, die den Hash­tag „#fb” ent­hal­ten, auch bei Face­book auf. Das Rau­schen für nor­male Facebook-Nutzer wird ent­schie­den dezi­miert, zudem spammt man nicht den Activity-Stream mit zusam­men­hangs­lo­sen kryp­ti­schen Bot­schaf­ten zu. Das ist beim stu­diVZ momen­tan in die­ser Form nicht ohne wei­te­res ein­stell­bar. Des­halb habe ich mir eine kleine Not­lö­sung gebaut, die mit weni­gen Hand­grif­fen rea­li­sier­bar ist. Benö­tigt werden:

    • Ein zusätz­li­cher Twitter-Account zum vor­han­de­nen Account
    • Eine ange­passte Twittersuchanfrage
    • twitterfeed.com

    Kurz nach­dem das stu­diVZ die Mög­lich­keit eröff­net hat, den eige­nen Twit­ter­ac­count mit dem haus­ei­ge­nen Busch­funk zu syn­chro­ni­sie­ren, for­der­ten einige Leute (ich auch ;) ) eine Ein­stel­lung für den optio­na­len Hash­tag „#vz”, eben wie bei Selec­tive Twit­ter für Face­book. Nach kur­zer Zeit for­derte mein Bekann­ten­kreis übri­gens unbe­wusst ähnli­ches, wun­derte sich, ob ich „den gan­zen Tag nur den Busch­funk voll­schreibe” & war offen­sicht­lich genervt von den stän­di­gen Updates. Viele Tweets waren dabei aus dem Zusam­men­hang geris­sen & für den nor­ma­len studiVZ-Nutzer völ­lig ver­wir­rend und nichts­sa­gend (erklärt denen mal Hash­tags :D ). Daher habe ich mir eine Not­lö­sung gebas­telt, die bis zur even­tu­el­len Imple­men­tie­rung eine halb­wegs okaye „Selec­tive Twitter”-Kopie darstellt.

    Drei Schritte von Twit­ter zum Buschfunk

    Zunächst sollte man einen zwei­ten Twit­ter­ac­count anle­gen. Ich habe der Ein­fach­heit hal­ber mei­nen Nick @jayzon277 um „_VZ” erwei­tert, also schlicht „@jayzon277_VZ” gewählt. Die­ser Account muss nun mit dem stu­diVZ syn­chro­ni­siert wer­den – das erfolgt über den übli­chen Weg in den Ein­stel­lun­gen unter „Mein Account”. Natür­lich feh­len in die­sem Account jetzt noch die ent­spre­chen­den Inhalte.

    Diese sol­len natür­lich nur die eige­nen Updates mit dem Hash­tag „#vz” ent­hal­ten. Daher bege­ben wir uns zunächst zur Twit­ter­su­che, um eine pas­sende Such­an­frage anzu­ge­ben. Diese muss lauten:

    #vz from:[username] #vz from:@[username]

    Update: Natür­lich ohne das @ – danke an den anony­men Kom­men­ta­tor!

    Natür­lich müsst ihr [user­name] durch euren jewei­li­gen Nut­zer­na­men erset­zen ;) In der rech­ten Sei­ten­leiste fin­det ihr dann denn RSS-Feed zu die­ser Such­an­frage. Kopiert den Link per Rechts­klick => Link kopie­ren. Bei der Twit­ter­su­che seid ihr jetzt erst­mal fer­tig – lasst das Fens­ter zur Vor­sicht noch offen ;)

    Mit dem Dienst twitterfeed.com las­sen sich Twit­ter­ac­counts mit RSS-Feeds befül­len. Mel­det euch mit dem für das stu­diVZ erstell­ten Account bei Twit­ter an. Zudem loggt ihr euch dann bei Twit­ter­feed ein (dazu gibt es eine Menge an OpenID-Möglichkeiten, alter­na­tiv erstellt ihr euch einen Account). Über den But­ton „Create New Feed” baut ihr einen neuen Feed (wer hätte das gedacht? ;) ). Das geht rela­tiv leicht:

    • Per OAuth ver­bin­det ihr Twit­ter­feed mit dem Extra-VZ-Account (daher soll­tet ihr euch mit eben die­sem bei Twit­ter einloggen!)
    • In Step 2 gebt ihr dem Feed einen Namen & (viel wich­ti­ger!) gebt in das Feld „RSS Feed URL” den aus der Twit­ter­su­che kopier­ten Link zum Such-RSS-Feed an. Lasst den Feed zur Vor­sicht über den „Test RSS Feed”-Button tes­ten – dabei sollte im Prin­zip alles glatt laufen.
    • Nun müs­sen noch einige Ein­stel­lun­gen in den „Advan­ced Opti­ons” vor­ge­nom­men wer­den. Dazu hier ein Screenshot:
    Die Advanced Options für den RSS-Such-Feed bei Twitterfeed

    Die Advan­ced Opti­ons für den RSS-Such-Feed bei Twitterfeed

    Die Option „Post Link” habe ich deak­ti­viert. Das führte dazu, dass das Ende des Tweets gekürzt und statt­des­sen ein Link zum Ori­gi­naltweet gesetzt wurde, was natür­lich völ­lig unnö­tig und Platz rau­bend ist. Häu­fi­gere Updates als alle 30 Minu­ten las­sen sich nicht ein­spie­len. Das sollte aber genü­gen denke ich.

    Wich­tig ist die zudem die Ein­stel­lung bei „Post Con­tent”. Dort bitte nur „Title” aus­wäh­len, ansons­ten wird der Tweet nach dem Mus­ter „Inhalt: Inhalt” – also dop­pelt – aus­ge­ge­ben. An die­ser Stelle ein herz­li­ches Dank an @stelten für’s Tes­ten.

    Meine Tweets wur­den bis­her stän­dig im VZ-Account ver­dop­pelt (Bei­spiel). Meine Ver­mu­tung ist „Post Content”-Einstellung –schein­bar packt Twit­ter die ein­zel­nen Tweets sowohl in den Titel als auch in die Descrip­tion. Hab das bei mir (aber im Screen­shot nicht ;) ) geän­dert, aber noch nicht getes­tet. Das Mus­ter „Tweet: noch­mal der Tweet” mit dem Dop­pel­punkt dazwi­schen deu­tet aber dar­auf hin, dass das der Knack­punkt ist. Sobald ich das raus habe oder jemand in den Kom­men­ta­ren die Ver­mu­tung bestä­tigt, gebe ich ein kur­zes Update!

    Jetzt habt ihr eure Accounts so auf­ge­setzt, dass im Busch­funk nur noch Tweets mit dem Hash­tag „#vz” auf­tau­chen soll­ten. Viel Spaß mit die­ser Behelfsumleitung!

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  • Meine grüne Minute

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    Mag ich! Mag ich! (3)
    24.09.09 Markus Politik

    So, damit ihr auch alle am Sonn­tag „das Rich­tige wählt”, folgt eine kurze Werbepause:

    (Direkt­Wahl­spot)

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  • Da wir uns Rich­tung Herbst bewe­gen: Som­mer­stim­mung mit der neuen Sin­gle der Kings of Con­ve­ni­ence :)

    (Direkt­Au­to­fahrt)

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  • Auf einen Blog­bei­trag bei Sega­Pro, der behaup­tet, ein Citroën-Werbespot stehe mit dem Aus­bruch der Schwei­ne­grippe in Ver­bin­dung (und das nicht gerade sati­risch offen macht…) ant­wor­tet das Unter­neh­men in den Kom­men­ta­ren:

    Da wir die­sen hüb­schen Bei­trag gerade zufäl­lig ent­deckt haben, möch­ten wir alle Schwei­ne­fans beruhigen.

    1. Der Wer­be­spot wurde nicht in Mexiko gedreht, son­dern in Süd­afrika. Dort gras­siert alles mög­li­che, aber die neue Grippe ist nach unse­ren Infor­ma­tio­nen weni­ger ver­brei­tet als in Mexiko.

    2. Pro­fes­sio­nelle Tier­trai­ner und Vete­ri­näre haben wäh­rend der Dreh­ar­bei­ten dar­auf geach­tet, dass die Tiere nicht zuviel Stress lit­ten. Sonst hät­ten die Vie­cher näm­lich nie das gemacht, was wir von ihnen woll­ten. Nur Men­schen funk­tio­nie­ren unter Stress eini­ger­ma­ßen zuverlässig.

    3. Als der neu­ar­tige Virus vom Stamme H1N1, Typ A, der zur­zeit von man­chen Leu­ten “Schwei­ne­grippe” genannt wird und von ande­ren lie­ber nicht, weil die Kote­letts ver­kau­fen, waren unsere Schweine, abge­se­hen davon, dass der Atlan­tik, der Äqua­tor und noch so man­ches zwi­schen ihnen und dem Virus lag, bereits aus ande­ren Grün­den aus dem Leben geschie­den. Auch in Süd­afrika wer­den Schweine sel­ten Rentner.

    Also: die Story ist zwar nett erfun­den, aber lei­der ziem­lich falsch. Und wir fin­den sie auch nicht lus­tig. Wir glau­ben, da muss ein ech­tes Schwein dahin­ter ste­cken. Mit zwei Beinen.Beste Grüße von Citroën.

    Mit die­ser Reak­tion zeigt Citroën beein­dru­ckend, wie man neben Abmah­nun­gen auch mit Blog­gern umge­hen kann. Zum einen wer­den die Vor­würfe stich­hal­tig ent­kräf­tet, gleich­zei­tig bleibt das Unter­neh­men äußerst sou­ve­rän in der Ant­wort. Es wird deut­lich, wie ernst das Unter­neh­men die Vor­würfe behan­delt & vor allem, dass sie diese nicht so ste­hen las­sen wer­den. Das Ganze wird dann mit einer klei­nen Prise Humor soweit auf­ge­lo­ckert, dass die klare Ansage den­noch sym­pa­thisch bleibt.

    Herz­li­chen Glück­wunsch, eine sol­che Reak­tion schaf­fen (lei­der) nur wenige Unternehmen.

    (Gele­sen bei meet­nix, gefun­den über @gigold)

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  • Warum ich grün wähle.

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    Mag ich! Mag ich! (9)
    21.09.09 Markus Politik

    Am kom­men­den Wochen­ende steht die Bun­des­tags­wahl 2009 an. Die Ent­schei­dung, wen ich wäh­len soll, habe ich mir in die­sem Jahr nicht leicht gemacht. Diverse Per­so­nen in mei­nem Umfeld haben im Ent­schei­dungs­pro­zess Ein­fluss gehabt, ins­be­son­dere Leute aus mei­nem „Web2.0-Umfeld”. Neben den Pira­ten aus Müns­ter (Till, Bas­tian, Ben­ja­min) war gerade der Aus­tausch per Twit­ter mit (unter ande­rem) Hen­rik, Ger­rit, Jens und Djure sehr inter­es­sant – soweit sie das auf der beeng­ten Dis­kus­si­ons­flä­che von 140 Zei­chen mög­lich war. Inspi­riert durch Han­nes möchte ich meine Ent­schei­dung hier dar­le­gen, zur Dis­kus­sion stel­len und viel­leicht auch andere dadurch inspi­rie­ren. Ich gehe die Par­teien mal durch:

    Die CDU

    Sym­bol­po­li­tik zum Wäh­ler­fang, eine unbe­lehr­bare Fami­li­en­mi­nis­te­rin. Ein Minis­ter­prä­si­dent, der wie­der­holt mit aus­län­der­feind­li­chen Äuße­run­gen am rech­ten Rand auf Stim­men­fang geht. Trotz Atom­en­er­gie­aus­stieg in die­sem Bereich wei­ter for­schen – mit hane­bü­che­nen Begrün­dun­gen: Bewer­tung aus­län­di­scher Anla­gen? WTF? Gene­rell finde ich diese Ein­stel­lung grau­en­haft. Nicht nur wird da offen gegen den beschlos­se­nen, fest­ste­he­nen Aus­stieg agiert und dabei mit Steu­er­gel­dern, siehe Gut­ten­berg, um sich gewor­fen. Dabei wer­den auch die der­zei­ti­gen mas­si­ven Pro­bleme offen­bar nicht wahr­ge­nom­men, die sich bei einer Ver­län­ge­rung (oder gar dem Aus­bau!) der Atom­kraft­werks­lauf­zei­ten noch ver­schlim­mern wür­den. Über­haupt mag ich die gene­relle Ein­stel­lung Neuem gegen­über nicht. Igno­rie­ren, beschrän­ken, ver­hin­dern, ver­bie­ten. Und ich so: Ne!

    Die SPD


    (Direkt­Ver­rat)

    Geht nicht, sorry. Das Ein­kni­cken in Sachen Netz­sper­ren ging mal gar nicht. Dass die SPD mitt­ler­weile zwi­schen CDU & der Lin­ken zer­rie­ben wird, sich dabei mit bei­den Sei­ten anlegt anle­gen muss, ist bedau­er­lich. Ich bin gespannt, wie die SPD die­ses unent­schie­dene „Irgend­wie wol­len wir ja die Mitte sein, aber doch auch links und jetzt ist ja die CDU die Mitte und die Linke halt links und wir ste­hen so doof dazwi­schen” lösen will. Ich jeden­falls so: TRALAFITTI oder was?

    Die FDP

    Auch wenn der JuLi-Spot echt wit­zig ist – „Frei­heit” heißt bei der FDP mei­nem Emp­fin­den nach immer viel zu sehr „Markt­frei­heit” und eben nicht „Frei­heit aller Bür­ger”. Beson­ders die Ant­wor­ten zur Netz­po­li­tik sind mir dabei auf­ge­fal­len. Gerade bei der Netz­neu­tra­li­tät blickt die Idee durch: „Wir über­las­sen alles dem Markt, dann regelt sich das schon”. Dumm nur, dass ich dem Markt nicht im glei­chen Maße ver­traue wie die FDP… Wei­tere Pro­bleme: Die Zusage, nur mit der CDU in eine Koali­tion zu gehen. Das ist a) blöd und könnte b) rich­tig schön in die Hose gehen. Ypsilanti-Falle trifft es echt gut. Zudem fal­len soziale Aspek­te­lei­der viel zu oft hin­ten rüber. Und außer­dem mag ich Men­schen ohne Ori­en­tie­rungs­sinn in gewis­sen Fra­gen nicht so ganz.

    Klei­ner Ein­schub, ent­deckt bei kosmar@Facebook: Unfass­bar, wie die drei bis­her genann­ten Par­teien im Rah­men der Finanz­krise das Par­la­ment (und damit de facto den Bür­ger) ent­mach­tet haben. Diese Summe! Diese Ver­schleie­rung der Ver­wen­dung! Ich kann es noch nicht ganz fassen…


    (DirektEnt­mün­di­gung)

    Die Linke

    Für eine Haus­ar­beit habe ich die Wahl­pro­gramme der Par­teien auf netz­po­li­ti­sche The­men hin durch­leuch­tet. Dabei habe ich natür­lich auch das Pro­gramm der Lin­ken ange­schaut. Es wur­den in jedem Teil­be­reich irgend­wie Sachen über Kapi­ta­lis­mus, ent­fes­selte Märkte & aus­ge­beu­tete Arbei­ter geschrie­ben (na gut, viel­leicht nicht so krass mar­xis­tisch ;) ) und anschlie­ßend wurde flei­ßig gefor­dert. Dumm nur: Oft konnte ich kei­nen logi­schen Zusam­men­hang zwi­schen den Beschrei­bun­gen und den anschlie­ßen­den For­de­run­gen her­stel­len. Zudem fehl­ten mir neben den Ver­bots­for­de­run­gen meist alter­na­tive Vor­ge­hens­wei­sen. Klar, die Linke ist z.B. gegen Netz­sper­ren. Aber Alter­na­ti­ven zur Ver­bre­chens­be­kämp­fung im Netz – die ja gerade der Oppo­si­tion recht bekannt sein soll­ten, wenn sie sich mit dem Netz­sper­ren­ent­wurf aus­ein­an­der­ge­setzt hat – fin­den sich nicht. Auch ein schlüs­si­ges Wirt­schafts­kon­zept fehlt mir. Der „Reich­tum für alle – Reich­tum besteuern”-Scoop war ja lus­tig. Aber dann bin ich doch eher so yeahh.

    Show­down: Pira­ten vs. Grüne

    Dass es im End­ef­fekt auf diese bei­den Par­teien hin­aus­läuft, war abseh­bar, oder? Vol­ker Beck(s Büro) war so freund­lich, einen Ver­gleich zwi­schen den Posi­tio­nen der bei­den auf­zu­stel­len. Das ent­sprach so ziem­lich dem, was ich nach Lek­türe des Grünen-Programms auch schon ver­wun­dert bemerkt habe:

    Wirklich schlüssige Antworten habe ich zu der Frage leider noch nicht bekommen…

    Wirk­lich schlüs­sige Ant­wor­ten habe ich zu der Frage lei­der noch nicht bekommen…

    Ich bin mit einem Groß­teil der grü­nen Posi­tio­nen voll­kom­men ein­ver­stan­den. Die Schaf­fung neuer Jobs im Bereich der rege­ne­ra­ti­ven Ener­gien scheint mir vor dem Hin­ter­grund ökolo­gi­scher Moder­ni­sie­rung sinn­voll. Klar: Das ist nicht das All­heil­mit­tel um ganz Deutsch­land mit Arbeits­plät­zen zu ver­sor­gen. Mir gefällt aber der Ansatz, Inves­ti­tio­nen in fort­schritt­li­chen Berei­chen zu täti­gen – nicht in umwelt­schäd­li­chen Berei­chen wie Kohle– oder Atom­en­er­gie. Das sorgt nicht nur für neue Jobs. Die Erfah­run­gen in die­sem Bereich wer­den der deut­schen Wirt­schaft lang­fris­tig gut tun & sie zukunfts­fä­hig auf­stel­len. Auch die Ideen für den Bil­dungs­be­reich, die Wirt­schafts­po­li­tik oder auch für die Fami­li­en­po­li­tik erschei­nen mir sinn­voll und ver­nünf­tig. Vie­les gilt für mich schlicht als logi­sche Schluss­fol­ge­rung zur Lösung der Pro­bleme, mit denen Deutsch­land zur Zeit kon­fron­tiert wird – und das mit in mei­nen Augen zeit­ge­mä­ßen Ant­wor­ten, die die gege­be­nen Umstände berück­sich­ti­gen & nicht im roman­ti­schen Blick auf „Frü­her war alles bes­ser” ver­su­chen, unauf­halt­bare Ent­wick­lun­gen zurückzudrehen.

    Die Pira­ten­par­tei fand ich (trotz viel­fäl­ti­gem Gegen­wind & dem Talent für Fett­näpf­chen aller Art) stets äußerst attrak­tiv. Beson­ders die Begeis­te­rung, mit der die meist jun­gen Mit­glie­der bei der Sache sind, habe ich so nie zuvor bei einer poli­ti­schen Par­tei erlebt. Den Mut, sich inhalt­lich nicht zu allen Pro­blem­fel­dern zu äußern bewun­dere ich. Die­ses offene Bekennt­nis, nicht für sämt­li­che Pro­bleme Lösun­gen in der Hin­ter­hand zu haben, würde ande­ren Par­teien auch gut ste­hen. Dafür sind die besetz­ten Berei­che kom­pe­tent mit Inhal­ten gefüllt, mit denen ich größ­ten­teils ein­ver­stan­den bin. Auch das rasante Wachs­tum sowie die mitt­ler­weile recht breite Aner­ken­nung der Par­tei spre­chen für sich. Doch im End­ef­fekt möchte ich nicht, dass mich eine Par­tei über vier Jahre mit unvoll­stän­di­gen Posi­tio­nen in für mich wich­ti­gen Berei­chen vertritt.

    Mir gefällt übri­gens die Idee, die Pira­ten seien die „jün­ge­ren Geschwis­ter” der Grü­nen. Im poli­ti­schen All­tag müs­sen diese Geschwis­ter aber lei­der noch eine Menge ler­nen – die gele­gent­li­chen Fett­näpf­chen kann ich da sogar ver­zei­hen, sowas kann bei einer wach­sen­den Par­tei im Fin­dungs­pro­zess pas­sie­ren – und pas­siert auch oft genug erfah­re­nen Poli­ti­kern. Dass diese Vor­fälle ent­spre­chend scharf kom­men­tiert wer­den (gerade von Sei­ten eta­blier­ter Par­teien) ist wohl auch mit einer gehö­ri­gen Por­tion Ver­wun­de­rung den Pira­ten gegen­über zu begrün­den. Was ich mir auf jeden Fall wün­sche: Dass Bas­ti­ans Gedan­ken zur Kri­tik­fä­hig­keit der Par­tei Anklang fin­den & auch umge­setzt wer­den. Sonst wird der Online-Mob auf Dauer zu einem ernst­haf­ten Reputationsproblem. Mit über­zeu­gen­den Posi­tio­nen in den Berei­chen Wirt­schaft & Umwelt würde meine Ent­schei­dung anders – näm­lich pro Pira­ten – aus­fal­len. Aber ohne kon­kret aus­ge­ar­bei­tete Posi­tio­nen in Wirt­schafts– und Umwelt­po­li­tik (pas­siert da eigent­lich was inner­halb der Par­tei?) erhält die Pira­ten­par­tei in die­sem Jahr (noch?) nicht meine Stimme.

    Zudem sehe ich die pira­ti­gen Posi­tio­nen größ­ten­teils auch im Grünen-Programm – das neben­bei bemerkt als ein­zi­ges Wahl­pro­gramm einer im Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei ein Kapi­tel expli­zit der Netz­po­li­tik wid­met – ver­wur­zelt. Pira­ten Exten­ded Ver­sion quasi. Der (reflex­ar­tige?) Vor­wurf, den ich auf meine per Twit­ter gestellte obige Frage zu hören bekam, war, dass man auch den Grü­nen „nicht mehr über den Weg trauen könne, weil…”

    Klar, mit Ruhm beschmiert hat sich die Par­tei auch nicht immer – ich werfe mal galant „Afgha­nis­tan” in die Runde, da fällt euch sicher noch mehr ein ;) In der Poli­tik wer­den Ent­schei­dun­gen aber nicht nach dem Schema „schwarz oder weiß” ent­schie­den. Man muss mit Kom­pro­mis­sen umge­hen und sie vor allem akzep­tie­ren. Das ist nicht schön & zudem muss man oft genug Abstri­che bei der Durch­set­zung eige­ner Posi­tio­nen hin­neh­men. Das betrifft sowohl Par­teien als auch Wäh­ler – und bedeu­tet für mich: Will ich Posi­tio­nen der Pira­ten in der nächs­ten Legis­la­tur­pe­riode im Bun­des­tag ver­tre­ten sehen, so ist die Wahl der Grü­nen wohl die ein­zige Alternative. Leider wird meine Stimme damit zwar „nur” in der Oppo­si­tion lan­den. Aber ich stimme ja nicht für das, was gerade allen gut in den Kram passt, son­dern für das, was mir gut passt. Wie ich heute schon Ger­rit schrieb:

    Daher wähle ich beru­higt, was ich am ehes­ten mit mei­nen momen­ta­nen Inter­es­sen ver­ein­ba­ren kann und sage leise yeaahh ;)

    Grün eben.

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  • Direk­tYeaahh

    Wer das Bild, den Hype & die Ideen nicht mit­be­kom­men hat, sollte das zügig nach­ho­len. Als ich das Bild in mei­nem Bekann­ten­kreis her­um­ge­zeigt habe, waren die Reak­tio­nen schon sehr genial. Aber was hier pas­siert ist wirk­lich großartig.

    Die­ses ganze Mem, der „Sie­ges­zug” durch das (Social) Web, die Krea­ti­vi­tät, das Zurück­füh­ren in die Offline-Welt, die ganze Absur­di­tät die­ses Videos, die Wir­kung auf Unwis­sende… unfass­bar! I love teh inter­netz!

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  • Wun­der­ba­rer Vor­trag von Mar­tin Oet­ting bei der Web­ciety Road­show in München:

    Direkt­Vor­trag

    (via Mar­tin Oet­ting selbst – aber den Vor­trag musste ich hier pos­ten, war zu gut :) )

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  • Aus einer Haus­ar­beit zur ver­än­der­ten Poli­tik der CDU in Bezug auf die Wirtschaftskrise:

    Auch wenn sich somit die Beschrei­bung der Rolle des Staa­tes in eini­gen Bau­stei­nen des Regie­rungs­pro­gramms deut­lich von dem bis­he­ri­gen Wort­laut unter­schei­det, wird die stär­kere Beto­nung der Ver­pflich­tung des Staa­tes zum Ein­satz von Steuer­in­stru­men­ten deut­lich ein­ge­schränkt und auf die schwie­rige Zeit der Finanz­krise beschränkt, in der die Wirt­schaft zur Nut­zung ihrer eige­nen Kraft staat­li­che Unter­stüt­zung bei der Schaf­fung von Rah­men­be­din­gun­gen benötigt.

    Genau. Auf jeden Fall sollte man hin­zu­fü­gen:

    (Direkt­Ver­wir­rung)

    Soweit alles klar, oder? :D

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  • Oh, The Temptation!

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    Mag ich! Mag ich! (2)
    16.09.09 Markus netzleben

    Weil es ein­fach zu groß­ar­tig ist, um es „nur” bei Face­book zu pos­ten: Kleine Kin­der bekom­men einen Mar­shmal­low & das Ver­spre­chen, nach einer gewis­sen War­te­zeit einen zwei­ten zu bekom­men – so lange der erste bis dahin nicht geges­sen wird. Gemein, aber auch unglaub­lich niedlich!

    Oh, The Temp­ta­tion from Steve V on Vimeo. (Via weiß­nicht­mehr, aber danach noch­mals bei Nerd­core gesehen.)

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  • Auch den drei Beam­ten dort schil­derte ich unter Trä­nen noch­mals den gan­zen Sach­ver­halt und fragte, ob ich der Erken­nungs­dienst­li­chen Erfas­sung denn wenigs­tens for­mell wider­spre­chen könne, da es sich doch ganz klar um ein Miss­ver­ständ­nis han­dele – dies wurde ver­neint und ein Schild an der Wand wies mich mit­tels eines Para­gra­phen dar­auf hin, dass die Erken­nungs­dienst­li­chen Maß­nah­men not­falls auch mit Gewalt durch­ge­führt wer­den könn­ten. Ich könne aber mit Hilfe eines Anwalts im Nach­hin­ein der Maß­nahme wider­spre­chen, wozu er mir auch raten würde. Meine Frage, wer die Maß­nahme ange­ord­net hätte, wurde mir mit einem Buch­sta­ben­ab­kür­zung beant­wor­tet, deren Bedeu­tung mir die anwe­sen­den Beam­ten aber nicht erklä­ren konn­ten oder woll­ten. Es wur­den meine Fin­ger­ab­drü­cke von bei­den Hän­den (alle Fin­ger und kom­plette Hand), in dop­pel­ter Aus­füh­rung genom­men, sowie erneut Fotos, offen­sicht­lich für die Verbrecherkartei,gemacht.

    Unglaub­lich, was @alios da bei der Demo „Frei­heit statt Angst” pas­siert ist. Nach der frei­wil­li­gen Her­aus­gabe sei­nes stets mit­ge­führ­ten Mul­ti­funk­ti­ons­werk­zeugs (inklu­sive Mes­ser – dum­mer­weise) gerät er in die (sorry für den Aus­druck…) „Müh­len des Systems”.

    Er bemerkt zum Ende des Arti­kels, dass ja eigent­lich alle Beam­ten „nur Befehle und Anwei­sun­gen aus­ge­führt [.] haben”. Aber darf man des­halb jeman­den so behan­deln? Bei Sät­zen wie: „… und hatte das Gefühl, als Mensch ernst– und wahr­ge­nom­men zu wer­den” feh­len mir wirk­lich die Worte. In was für einem Land leben wir eigent­lich? Unfassbar.

    PS: Der Titel soll natür­lich keine Auf­for­de­rung sein, sich „unko­ope­ra­tiv” zu ver­hal­ten. Das macht es auch nicht bes­ser. Bedenk­lich ist es in jedem Fall, dass sowas einem unbe­darf­ten Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mer pas­sie­ren kann.

    Update: Es gibt diverse Mir­rors des Original-Textes. Ser­ver­ka­pa­zi­tät & Inter­esse an der Geschichte gehen wohl stark aus­ein­an­der ;)

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